Geschichts-Anekdote: Kreative Verhandlungsführung

Heute mal etwas lehrreiches 🙂 Etwas Kenntnis in moderner Geschichte schadet ja nicht, ausserdem kann man ja noch etwas dabei lernen… Vor kurzem wurde der irakische Journalist, der George W. Bush mit einem Schuh beworfen hat, zu Gefängnis verurteilt. Dabei handelt es sich aber nicht um das erste mal, das ein Schuh in der Politik für Aufregung sorgte

Es besteht kein Zweifel. Nikita Sergejewitsch Chruschtschow war zu einer Zeit Staatschef der Sowjetunion, als diese bedeutende Umwälzungen durchmachte und sich in der internationalen Politik wichtiges erreignete. Die Entstalinisierung der Sowjetunion zum Beispiel, der wirtschaftliche Aufschwung der UdSSR und auch die „Kuba-Krise“ fanden in seiner Amtszeit statt. Bekannt wurde er aber auch mit dem Schuhskandal.

Wir schreiben den Oktober im Jahre 1960, die 15. UNO-Vollversammlung findet statt. Ein ausserordentlich erregter Sowjetischer Staatschef haut mit dem Schuh auf den Tisch und beendet damit tumultartige Szenen (Je nach Quelle war es der 13. oder 14. Oktober). Anschliessend eilt er aus dem Saal. Die tumultartigen Szenen entstanden übrigens bei einer Debatte über die Entkolonialisierung. Der Vorsitzende versuchte vergeblich, Ruhe in den Saal zu bringen, obwohl er beim Versuch dazu sogar seinen Ordnungshammer zerbrach.

Was dem Vorsitzenden nicht gelang, gelang Chruschtschow: In Saal herrschte nun andächtige Ruhe. Den sowas hatte man noch nie erlebt. Der Schuh, übrigens ein Modell des italienischen Designer Angelo Litrico, erlangte weltweit Berühmtheit. Und die ganze Welt rätselte darüber, wie man den Wutausbruch Chruschtschows wohl interpretieren müsse.

Es sollte hier festgehalten werden, dass Chruschtschow während dieser Aktion seine beiden Schuhe an hatte. Das impliziert, dass Chruschtschow einen dritten Schuh mitgebracht haben muss und folglich ein gut inszeniertes Theaterstück aufführte. Ich würde sagen, kreative Verhandlungsführung. Sein (wahrscheinliches) Ziel hatte er jedenfalls erreicht. Die Welt hielt ihn für unberechenbar.

Mehr zu dieser Anektote bei „100 Sekunden Wissen“, hier nachzuhören als MP3.

Gut zu wissen
Nikita Sergejewitsch Chruschtschow (russisch Никита Сергеевич Хрущёв), Sohn einer Bauernfamilie, wurde am 17. April 1894 in Kalinowka geboren. Er starb am 11. September 1971 in Moskau. Chruschtschow war von 1953 bis 1964 Parteichef der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und von 1958 bis 1964 auch Regierungschef.
(Quelle: Wikipedia)

Quellen/Verweise:

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